Dem ersten Spiel in der Frauenliga ging eine gemeinsame, intensive Vorbereitungsphase von 2 Trainingseinheiten voraus: Erst Mitte September war ein Trainer gefunden… Doch die Spielerinnen waren in den Trainingseinheiten der WHA, bzw. in der WU16 individuell gut vorbereitet, und so galt es, das Zusammenspiel zu forcieren und gewisse Absprachen zu definieren.

Im ersten Spiel gegen Bundesligist Union Korneuburg wurde vor allem auf die Absprache in der Deckung und zwei, drei Kombinationen im Angriff Wert gelegt. Gleichzeitig wollten wir im Umschaltspiel leichte Tore aus dem Gegenstoß erzielen. So weit, so gut…

Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem wir eine kurze Schwächephase von Korneuburg mit einem Zwischenspurt von 3:3 auf 6:3 ausnutzten. Dass die Gäste sich aber nicht so leicht aus der Ruhe bringen ließen, merkte man 3 Minuten später, als sie mit 7:6 in Führung gingen. in den nächsten Minuten ging es hin und her, keine Mannschaft konnte sich absetzen. Es wurde viel gewechselt, alle Spielerinnen schlossen nahtlos an die Leistungen ihrer Vorgängerinnen an und so kamen wir zu vielen – auch verwandelten – Torchancen. Nur in der Deckung haben wir zunächst noch nicht den gewünschten Zugriff bekommen.

Wie so oft sind es nur kleine Veränderungen, die ein Spiel drehen können. So geschehen ab der 21. Minute, als wir mit einem 3:0-Lauf von 9:10 auf 12:10 stellten. Diesen positiven Schwung nahmen wir bis zur Pause mit und bauten den Vorsprung auf 17:12 aus!

Nach dem Wechsel erwischte uns die „Perchtoldsdorfer Krankheit“: in den ersten Minuten lief nicht alles rund, zu viele Fehlpässe im Angriff und schnelle Kontertore von Korneuburg zwangen uns bei 19:18 zu einem Time Out. Nochmals wurden die Auslösehandlungen im Angriff besprochen, eine Kleinigkeit in der Deckung umgestellt und wir fanden sofort wieder ins Spiel: eineinhalb Minuten später lagen wir wieder mit vier Toren in Führung: 22:18!

Vorentscheidung? Leider nein… Wir hielten weiterhin an unserem Wechselsystem fest und es sah auch einige Zeit so aus, als würden wir nicht mehr in Bedrängnis kommen. Die Gäste wollten sich nicht geschlagen geben, kämpften beherzt und plötzlich riss bei uns der Faden, ging es sehr schnell: von 27:23 auf 28:28 in knapp 5 Minuten – da musste ein Time Out her! Wir nahmen nochmals Umstellungen vor, brachten wieder ein paar“alte“ Spielerinnen (20/21 Jahre) aufs Feld, die die Herausforderung nicht nur annahmen, sondern das Spiel wieder zu unseren Gunsten drehten und schlussendlich mit 33:29 entschieden! In meinen Augen ein hochverdienter Sieg, auch wenn das Ergebnis zwischendurch durchaus für Spannung sorgte!

Für mich war es nach einer langen Coaching-Pause im Damenbereich ein sehr erfreulicher Einstand, der  nicht mit dem Ergebnis, sondern mit der Leistung und dem Auftreten der Mannschaft zusammenhängt. Wir haben in zwei kurzen Einheiten definitiv noch nicht alles trainieren und besprechen können, was mir so vorschwebt. Die wichtigsten Grundlagen haben aber alle Spielerinnen umgesetzt: Mit Herz und Leidenschaft in das Spiel gehen, mutig im Angriff zu agieren und hinten um jeden Ball kämpfen. Es kann auch nicht immer alles funktionieren, die Frage ist nur, wie geht man mit Ballverlusten, erhaltenen Toren und Rückschlägen um. Und da hat die Mannschaft hervorragend funktioniert!

Dass diese junge Mannschaft noch viel Potential hat, zeigt auch die Verteilung der Torschützinnen: jede Spielerin konnte sich in die Liste eintragen und hat nicht nur deswegen zum Erfolg der Mannschaft beigetragen! Besonders erfreulich finde ich, dass die U16-Spielerinnen – die schon am Nachmittag ein schweres Spiel gegen Hypo NÖ hatten und dies nur knapp verloren haben – mutig an die Aufgaben herangegangen sind. Vor allem auf der Mitte-Position, auf der wir keine ältere Spielerin hatten, haben sich sowohl Nela als auch Tori (die diese Position noch nicht so fot gespielt hatte) wirklich toll geschlagen. Beide versuchten das Spiel zu führen, übernahmen aber auch Verantwortung und erzielten ihrerseits Tore, wenn sich die Chancen dafür boten!

Das Zusammenspiel Rückraum und Kreis war ein weitere Baustein für den Sieg. Sowohl die Anspiele als auch die Ballannahmen und Abschlüsse stellten Korneuburg immer wieder vor unlösbare Aufgaben – oder führten zu 7-Meter-Würfen, die allesamt verwandelt wurden! Dass wir nicht so leicht auszurechnen waren, kann man auch daran sehen, dass nicht nur vom Rückraum oder der Kreisposition abgeschlossen wurde, auch unsere Flügelspielerinnen wurden in Szene gesetzt und erzielten rund ein Viertel unserer Tore! Zusammenfassend ein schöner Einstand, ein spannendes Spiel und ein perfekter Ausgang! So macht Coaching richtig Spaß!

Nächste Woche geht es nach Vöslau, wo wir auf die Spielerinnen treffen, die letztes Jahr noch gemeinsam mit uns in der Frauenliga antraten. Sicher eine besondere Situation, doch für uns steht in erste Linie die Leistung und Weiterentwicklung im Vordergrund. Sollten wir an das erste Spiel anschließen können und unsere Deckungsleistung noch ein wenig verbessern, dann werden auch zukünftige Ergebnisse positiv ausfallen!

Perchtoldsdorf Devils – Union Korneuburg   33:29 (17:12)

Kader:
Tor:
HILLEBRAND Theresa

Feld:
BRUNNER Nela (6 Tore)
KUNT Nadine (5)
NOLL Sophie (4)
FITZINGER Petra (3)
SCHMID Julia (2)
JELICIC Victoria (2)
DALY Catrina (2)
STOCK Tori (2)
MAUSZ Lola (2)
GALLHUBER Marlene (2)
REJLEK Franziska (2)
WALKA Rebekka (1)