Es war eine kurze Vorbereitungszeit: erst am 10. Mai stand fest, dass wir in NÖ den Meistertitel geholt hatten! Vöslau sorgte für den Nötigen Punkteverlust von Krems/Langenlois und machte uns zum Meister! Somit stand nur eine Woche Vorbereitung auf die Österreichischen Meisterschaften zur Verfügung… In einer kurz einberufenen Besprechung am Tag darauf wurden alle organisatorischen und sportlichen Aspekte geklärt und einer erfolgreichen Teilnahme stand nichts mehr im Weg!

Am Freitag zunächst die Anreise per (leider nicht/schlecht klimatisiertem) Zug, Einchecken im Hotel und Abendessen in der Pizzeria ums Eck, anschließend kurze Besprechung und dann ging es schon ins Bett. Am nächsten Tag warteten mit Alpla HC Hard, HC Linz AG und HSG Graz drei HLA-Teams als große Herausforderung auf uns. Lauter Unbekannte, unser Aufgabe aber war, uns bestmöglich zu präsentieren und die Saison positiv abzuschließen!

Und gleich das erste Spiel wurde zur Nervenschlacht! Ein spannendes Spiel, das in den ersten 10 Minuten ausgewogen war. Starke 5 Minuten brachten uns dann einen 3-Tore-Vorsprung (von 5:5 auf 9:6), im Handball sind drei Tore aber kein Ruhekissen. Hard kämpfte sich zurück und mit 11:11 wurden die Seiten gewechselt. Im zweiten Durchgang ging es zunächst hin und her, kein Team konnte sich absetzen. Den ersten Vorteil sicherten sich die Vorarlberger mit der 2-Tore-Führung zum 16:14. Sechs Minuten vor dem Ende lagen wir noch immer 18:20 zurück und ein Sieg schien immer weiter in die Ferne zu rücken. Die letzten 5 Minuten standen aber ganz im Zeichen unserer Deckung und schnellen Umschaltspiel: hinten wurde dicht gemacht, Alex hielt im Toe zwei wichtige Bälle und im Gegenzug waren wir im Angriff erfolgreich. 10 Sekunden vor dem Ende erzielte Julius den 21:20-Siegtreffer, die Bemühungen der Harder endeten in einem Wurf über das Tor. Der Auftakt ist erfolgreich geglückt!

Im zweiten Spiel ging es gegen HC Linz AG, wo wir schon im Vorfeld wussten, dass dieses Spiel wahrscheinlich eine Nummer zu groß für uns wird. Doch zu Beginn konnten wir den Mitfavoriten auf den Titel fordern, ließen uns nicht abschütteln und machten ihnen das Leben schwer. Mit zunehmender Fortdauer des Spiels machte sich aber die teilweise körperliche Unterlegenheit bemerkbar. Zusätzlich musste Mo nach einem Foul am Kreisspieler mit Rot vom Feld, was unsere Stabilität nicht verbesserte. Die Spieler bewiesen aber Moral, kämpften beherzt weiter und ließen sich auch nicht durch äußere Einflüsse beeindrucken. So kämpfte man auch nach einem -10 noch weiter und erreichte am Ende ein passables 17:24 gegen den späteren Finalisten der ÖMS.

Vor dem Spiel gegen HSG Graz war klar: der Sieger steht im Halbfinale! Mit einer halben Stunde Verspätung (um 20:30 Uhr) begann die entscheidende Partie und entwickelte sich in der ersten Halbzeit zu einem wahren Krimi! Wir begannen sehr stark, legten vor und konnten uns nach knapp 7 Minuten über eine 5:3-Führung freuen. Alles, was wir uns vorgenommen hatten, schien aufzugehen! Doch die Grazer gaben nicht auf, kämpften sich wieder heran und so gab es zur Pause ein gerechtes Unentschieden. Sind wir in der ersten Halbzeit gut gestartet, so verlief der Start in die zweite Hälfte nicht optimal. Nach 5 Minuten lag Graz mit 3 Toren in Führung (14:11) und alle Versuche, diesen Rückstand aufzuholen, scheiterten leider. So gab es am Ende eine 17:21-Niederlage und Platz 3 in der Gruppe. Der einzige Vorteil an diesem Ergebnis lag an der Spielzeit am Sonntag: statt 09:00 Uhr (Halbfinale) mussten wir erst um 12:00 Uhr (Spiel um Platz 5/6) ran.

Nach einer Nacht, in der man versuchte, die Ergebnisse des Tages zu verarbeiten und sich auf die letzte Aufgabe in der Saison vorzubereiten, gingen wir mit neuem Elan – sofern das möglich war – in das Spiel gegen Absam. Wir wussten, dass sie zwei Spiel bestimmende Akteure auf Mitteaufbau und Linksaufbau hatten, und wollten denen mit einer offensiven Variante das Tempo rausnehmen. Leider bekamen wir die zwei Spieler aber nicht wirklich in Griff und so bauten die Tiroler die Führung langsam, aber stetig aus. Bei 7:10 wurden die Seiten gewechselt und wir hofften, in der Pause nochmals die Mannschaft zu pushen, um das Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Zwei Mal konnten wir noch auf -2 verkürzen, doch dann war die Kraft weg und die Gegenwehr gebrochen. Nach einem 11:18 in der 30. Minute gelang nur mehr Ergebniskosmetik und so wurden wir in der Endabrechnung nach einer 17:21-Niederlage 6. bei den Österreichischen Meisterschaften!

Auch wenn die Enttäuschung über ein möglich besseres Ergebnis zu Beginn da war, muss man sagen, dass die Teilnahme an den ÖMS an sich schon ein Erfolg war. In den letzten 2,5 Jahren hat sich die Mannschaft toll entwickelt! Kämpften wir in der U14 noch gegen Eggenburg um Platz 4 und hatten zu Beginn gegen Vöslau und Krems/Langenlois keine Chance, so haben wir uns stetig weiterentwickelt und uns Jahr für Jahr nach oben gearbeitet. Damals hätten wir einen 6. Platz bei den ÖMS mit Handkuss genommen, jetzt sind wir soweit, dass wir uns darüber ärgern, dass es nicht eine bessere Platzierung geworden ist! Dieser Umstand macht mich auch zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft uns weiterentwickeln und uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die nächsten Jahre werden mit den Umstieg auf den 3er-Ball und den Anschluss an den Männerbereich eine neue Herausforderung bringen, auf die wir uns nun bestmöglich vorbereiten werden.

Zum Schluss möchte ich mich nun bei den Eltern bedanken, die das ganze Jahr über der Rückhalt für die Spieler sind! Besonders beeindruckt war ich von der Unterstützung unserer Mannschaft bei den ÖMS! Auch wenn die Spiele nicht immer so verlaufen sind, wie wir gehofft hatten, war der Support auf der Tribune ungebrochen! Lautstark und mit Trommeln (bis hin zu Blasen an den Händen) wurden unsere Jungs angetrieben und dafür ein großes Lob und ein riesen DANKESCHÖN! Das war wirklich einmalig!

Ich freue mich nun auf eine (kurze) Sommerpause um nächstes Jahr wieder voll angreifen zu können und den nächsten Schritt nach vorn zu machen!

In diesem Sinne möchte ich nochmals sagen: VIELEN DANK und einen erholsamen Sommer!

Euer Philipp

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