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MU 15 und die verlorene Heimat

Drei Monate kein Heimspiel! Kenn ihr uns überhaupt noch?


Im bereits dritten Auswärtsspiel hintereinander ging es dieses Mal ins idyllische Horn. Eine lange Anreise, fehlende Spieler und mangelnde Motivation deuteten den kommenden Spielverlauf an. Ein guter Gegner hätte uns an diesem Tag vom Platz gefegt, wahrscheinlich sogar aus der Halle katapultiert. Desaströse Abwehrleistungen ergänzt durch eine dramatisch schwache Wurfausbeute - so wurden von 14 Siebenmeter-Würfen ganze 7 verwertet - führten letztlich zu einem in keinerlei Hinsicht zufrieden stellenden Ergebnis von 23:35 (10:16). Ein Sieg in dieser Höhe ist gegen Horn zu wenig.

Gleichzeitig traten an diesem Tag leider ganz andere Dinge in den Vordergrund. Der spielerisch schwache Gegner wusste sich in allzu vielen Situationen nur mit teilweise grob fahrlässigen Fouls zu helfen. Alleine die Tatsache von 14 zugesprochenen Siebenmetern spricht Bände und dabei waren das noch immer zu wenige. Skandalös in diesem Zusammenhang war die Schiedsrichterleistung. Eine Frechheit, wie man es zulassen kann, dass sich Jugendliche auf dem Spielfeld derart umhacken. Da musste man schon in jedem Angriff um das gesundheitliche Wohl der Spieler Sorgen machen.

Nach dem Abpfiff ging es aber noch weiter ......

Schiedsrichter H. drohte Trainer Pintz mit Ordnerchefs und Polizei. Pintz' schweres Vergehen: er wollte wissen, wie er seinen Spielern in der Kabin erklären sollte, dass auf dem Spielfeld anscheinend die Jagdsasion eröffnet sei und sie freie Hand hätten, gegnerische Spieler zu verletzen, denn anscheinend ist das im niederösterreichischen Handball erlaubt. Schiedsrichter H. sah Pintz trotz mehrmaliger Bitte um eine Antwort nicht einmal an und versteckte sich nach 10maligem Wiederholen der Frage schließlich hinter der Androhung von Exekutivgewalt. Das war an Lächerlichkeit auch kaum mehr zu überbieten und Pintz ging zu seinen Spieler in die Kabine.

Ein weiteres Faktum der Lächerlichkeit zeigt folgende Relation:

P'dorf: Sechs 2-Minuten Strafen und rote Karte + 14 zugesprochene Siebenmeter

Horn: Sieben 2-Minuten Strafen + 2 zugesprochene Siebenmeter

 

Trotz aller Emotionen wurde in der Kabine noch einmal über das Spiel gesprochen: eine schwache Leisung der Mannschaft, die durch nichts zu rechtfertigen war und anstatt der Brutalität des Gegner mit nach den Regeln erlaubten Härte zu begegnen, macht man mehr oder weniger gar nichts. Pintz hofft dennoch, dass sich das Verständnis seiner Mannschaft für Fairness und das Einhalten ethischer Werte im Sport durch die miterlebte Schiedsrichterleistung nicht zu Gunsten eines "Anscheinend ist alles erlaubt, also nützen wir das aus"-Gefühls verschoben. Leider ist es sehr schwierig, die Jugendlichen zu fairem Spiel und zur Einhaltung bestimmter Grenzen zu erziehen, wenn gleichzeitig der Schiedsrichter eine derart mieserable Leistung bringt.

Wir haben dennoch etwas gelernt: wir können es uns nicht leisten, irgendwelche Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Jetzt stehen uns noch zwei weitere Auswärtsspiele ins Haus bevor wir nach insgesamt fünf Auswärtsspielen in Serie und nach knapp drei Monaten vor Weihnachten dann doch wieder einmal in P'dorf spielen dürfen. Wir hoffen, dass wir bis dahin nicht schon von unserem Verein vergessen wurden und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

22.11.2008 13:02

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